Kostüme


In unserem Fundus findet man inzwischen alles von den 50er Jahren bis heute, von Kinderkleidung bis zum Omakleid. Aber da jeder ein Kostüm haben soll, dass sitzt, zu seiner Rolle passt und der Zeit entspricht, gehen wir gerne immer wieder shoppen, stöbern oder schneidern auch mal selbst.


Der Elfen neue Kleider
(aus dem Programmheft zu "Ein Sommernachtstraum")

Beim Stichwort "Sommernachtstraum" schlägt das Herz jeder/s Kostümbildenden höher. Welch' wunderbare Gelegenheit, die Phantasie einmal so richtig spielen zu lassen, außergewöhnliche Effekte und Stoffe einzuarbeiten, üppige Accessoires auszusuchen, Märchenwelten zu erschaffen... Doch halt – da gab es ein Problem: Keiner von uns konnte richtig nähen. Aber sollte die Verwirklichung unserer Träume also an mangelnden Handarbeitskünsten unsererseits scheitern?

Auf gar keinen Fall. Nach der ersten Schrecksekunde überlegten wir noch einmal neu – diesmal unter Einbeziehung unserer tatsächlichen Möglichkeiten -, wie wir diesem Stück kostümtechnisch gerecht werden konnten. Es musste doch zu bewerkstelligen sein, nicht nur den Hofstaat Athens und die Handwerker passend auszustatten, sondern auch für das Elfenvolk nebst Walkdeist angemessene Kostüme zu finden, ohne Disney'schen Aufwand betreiben zu müssen.

Mit diesen Gedanken im Kopf ging die Suche in einschlägigen Geschäften los: Die Sachen durften nicht zu teuer sein, auf gar keinen Fall billig wirken und vor allem nicht nach "von der Stange gekauft" aussehen. Hätte es Kilometergeld für diese Endlostouren durch die Hamburger Innenstadt gegeben, wären wir alle reich geworden. Gab es aber nicht, und so durchwühlten wir wochenlang umsonst aber nicht vergebens Secondhand-Läden, Kaufhäuser, Resterampen und natürlich sämtliche Kataloge des Otto-Konzerns nach wandelbaren Basisstücken für unsere Akteure.

Die "Linie" wurde uns von der Regie vorgegeben: Wir wollten kein Weihnachtsmärchen, kein Kostüm durfte lieblos oder peinlich aussehen, kurz gesagt: alles sollte modern, phantasievoll und mit dem "gewissen Etwas" versehen sein.

Für den Hofstaat galt es zuallererst, möglichst elegante Kleidung zu finden. Durch klare, strenge Formen und eher gedeckte Farben sollte sich die städtische Gesellschaft deutlich von der Feenwelt abgrenzen. So galt Hermia als sehr feminier Typ, Helena wirkte dagegen etwas sportlicher. Lysander sollte wie ein englischer Landlord auftreten, und Demetrius einerseits sehr maskulin aussehen, dabei aber auch etwas Verspieltes, Romantisches an sich haben. Bei Theseus musste das Kostüm sofort seine Herrscherrolle herausstellen, Hippolyta sollte noch Merkmale der Amazonenkönigin aufweisen.

Die Handwerker hatten wie solche auszusehen, jedoch jeder auf seine persönliche Art. Die Kostüme des Handwerkertheaters im letzten Akt mussten improvisiert wirken und durften auf keinen Fall zu perfekt aussehen.

Das größte Kopfzerbrechen bereiteten jedoch die Elfen, Oberon und Titania, sowie Puck. Für sie waren ungewöhnliche Materialien angesagt, Farben und Formen jenseits der Norm. Titania sollte etwas Erhabenes und Leichtes an sich haben und in den Farben Erdverbundenheit vermitteln. Das Kostüm des Oberon sollte sehr männlich und sinnlich wirken und ihm ewas Majestätisches verleihen. Bei den Elfen fiel uns irgendwie Cindy Lauper ein; das Kostüm des Puck musste seinen (ihren?) androgynen und quirligen Charakter unterstreichen.

Jetzt warten wir alle auf den spannenden Augenblick, in dem alle Schauspieler endlich in vollem Kostüm, Maske und im richtigen Licht in unserem Bühnenbild zu sehen sind, da erst dann das Resultat unserer Bemühungen wirklich beurteilt werden kann. Falls diese Feuerprobe uns dann bestanden scheinen sollte, wird unser Team alle schmerzenden Füße und die oftmals vergeblichen Wege in die Konsumtempel der Stadt vergessen und den Spunckschen Sommernachtraum erleichtert lächelnd und auch kleines bisschen stolz einfach nur genießen...

Birgit Bischoff und Britta Schmidtke

Über uns

Die Theatergruppe Spunck ist eine Betriebssport-Sparte
des Hamburger Unternehmens Otto und besteht aus Mitarbeitern
der Firmen der Ottogroup und Freunde
Weiter

Kontakt

Birgit Bischoff
+49 40.484.390
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Martina Düvelmeyer
+49 40.20.00.77.52
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!